KVL51 Kletterfahrt zu den Prachovske skaly im Cesky Raj
28.04. - 01.05. 2007                                                        Bilder von Kerstin Beyer

     Text: Norbert Henning, Fotos: Norbert Henning und Karlheinz Bardoux
         
Teilnehmer:
Denise, Uwe und Bruno Mildner, Helmut und Ute Richter, Karin und Karlheinz Bardoux, Werner Meitzner, Gudrun Johne und Stefan, Micha und Moni Johne, 3 x Johnekinder + Enkel, Michael Wendt, Christian und Brigitte Czerny, Petra Winter, Norbert Henning und Ines Schmidt, Eckardt und Bärbel Schindler, Kerstin Beyer und Uli Franke, zusammen  25 Personen.

Also mal der Reihe nach. Erstens, das Wetter war einmalig, die gesamte Zeit nur Sonnenschein.  Allerdings wurde es nachts ziemlich kalt, in einer Nacht sogar Bodenfrost, der besonders die Zeltschläfer sehr frisch hielt. Aber das konnte mit Hilfe einiger Decken in der nächsten Nacht verbessert werden. Zweitens, der Campingplatz. Naja. Die Hütten waren in Ordnung, zu Toiletten und Duschen kann man nur ein Positives sagen: das Wasser war naß. In diese Anlagen ist seit 1990 nur einmal Geld gesteckt worden, nämlich in die Chipautomaten an den Duschen, die für 10 Kronen ca. drei Minuten spärlich tröpfelndes Eiswasser lieferten. Der Vorteil des Platzes ist seine Nähe zu den Kletterfelsen, alles zu Fuß zu erreichen, aber beim nächsten Mal sollte man eventuell doch auf die andere Seite des Teiches auf den Platz „Eden“ ausweichen, der deutlich sauberer aussah. Für den Organisator heißt das: beim nächsten Mal Probeläufe in Dusche und Klo! 
Die Futtersituation stellte sich ähnlich dar, bis wir eine Gaststätte mit normaler tschechischer Küche fanden, behalfen wir uns mit dem auf dem Platz angebotenen Fastfood. Das Bier hervorragend, die Kletterei  wie erwartet. Mich machte die sehr inhomogene tschechische Bewertung der Kletterwege irre. Wenn sich eine II als überhängender Handriß entpuppt, wird man doch vorsichtig. Offensichtlich stammen die alten Bewertungen noch aus der Zeit, als die Skala nur bis IV reichte, die neueren Einstufungen kommen unseren Vorstellungen da schon näher. Leider verliert ein neuer Kletterführer ohne Überarbeitung der Einstufungen seinen Sinn, nämlich dem Nicht – Gebietskenner eine Vorstellung von den zu erwartenden Schwierigkeiten zu geben. Eins ist jedenfalls sicher: wer da untern Klettern gelernt hat, der kann es!  Wir sahen ein paar erstaunliche Sachen, die noch dazu praktisch frei geklettert wurden, denn die Sicherungsmöglichkeiten sind sehr sparsam. Ich kam mir vor wie ein Wessi, der in einem Sportklettergebiet zu Hause ist und zum ersten Mal in den Elbsandstein kommt. Um so höher sind die Leistungen unserer Vorsteiger zu bewerten, die sich bis zu Wegen aufschwangen, die man hier mit VIIb einstufen würde. Und das bei, wie gesagt, sehr sportlicher Sicherung. Ein Vorteil der lang andauernden Trockenheit war, dass man die Reibungswege wohl kaum besser kletterbar erleben wird. Wege, die sonst grün und schleimig sind, wurden so möglich. Teilweise wurden sehr schwere Wege toprope gesichert, so konnte man Wege versuchen, in denen man sonst sein Leben riskiert hätte.
Der Höhepunkt eines jeden Tages war das abendliche Feuer. Weil alle sich am Holz sammeln beteiligten, herrschte an Brennmaterial kein Mangel und wir hatten das schönste Feuer auf dem Platz. Es tauchten erstaunliche Mengen Rotwein auf, und für die ganz Harten gab es noch Eierlikör, Wurzelpeter und Whiskey. Außerdem machten diverse Würste, Schokoladenvarianten usw. die Runde. Hier wurden die größten gesundheitlichen Risiken eingegangen. Begleitet wurde das Ganze von Karlheinz Geschichten. Einer der Höhepunkte war der Bericht, wie er seine Karin eroberte, eine Geschichte, bei der kein Auge trocken blieb. Außerdem machte Karlheinz sich sehr um die B-Note beim Klettern verdient, wenn er, selbst in stabiler Seitenlage auf dem Boden angeordnet, dem an zwei Fingern und einem Zeh hängenden ungesicherten Vorsteiger warm ans Herz legte, doch bitte zu bedenken, dass das Wichtigste am Klettern immer das Foto sei. Speziell Werner wurde auf diese Weise an der Prachauer Mütze (AW VIIb) zu Fotoposen animiert, die das Herz höher schlagen ließen. 
Insgesamt ein paar Tage, wie man sie gerne öfter erleben würde. Aber daran hindert uns ja niemand!


             


       Ines
am Mravenci vez (Ameisenturm) Nordwand VI


     Werner toprope an der Babinec-Westwand VI




       Norbert an Mravenci vez (Ameisenturm) Nordwand VI

       Christian an der Ostwand des Schiefen Turms VII,        

   

      Staunendes Publikum


   
        Umi, Micha und Uli als Sieger auf dem Dresdner Turm

    Die gesamte Mannschaft

   Für DSLer: Video (bitte anklicken)